Aktuelle Grösse: 100%

Forschungsprojekte

Im Bereich Visual History zielen die Forschungsprojekte des Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte und Gesellschaft (LBIGG) auf eine enge Verschränkung zwischen den Cluster Geschichte-Schwerpunkten „Soziale, mediale und kulturelle Gedächtnisse, Erinnerung“ und „Historische, kultur- und sozialwissenschaftliche Methoden und Theorien“. Dazu zählen mehrere Projekte, in denen das LBIGG seine Forschungskompetenzen zu Film und Geschichte in den letzten Jahren vertieft und in Richtung der Digital Humanities ausgebaut hat: u.a. das 3-jährige Doc Team-Projekt „Sponsored Films“ (LBIGG, 2010–2013) und das 2-jährige FWF-Projekt „Archäologie des Amateurfilms“ (LBIGG, 2011–2013).

Manche dieser Projekte, wie das 5-jährige Zukunftsfonds-Projekt „Ephemere Filme: Nationalsozialismus in Österreich“ (LBIGG, 2011–2016) und das 2015 begonnene 2-jährige FWF-Projekt „Welterkundung zwischen den Kriegen. Die Reisefilme des Colin Ross (1885–1945)“ (LBIGG) waren bzw. sind zusätzlich inhaltlich auf den Cluster Geschichte-Schwerpunkt „Krisen von Demokratien und Rechtsstaaten, Diktaturen, Ethnozide, Holocaust“ fokussiert. Andere, wie das 2011 begonnene MA7-Projekt „Sichtung und Aufarbeitung des Filmarchivbestandes media wien“ (LBIGG) und das 2016 begonnene 3-jährige Horizon 2020-Projekt „I-Media-Cities“ (LBIGG) sind zwar zum Teil auch auf diesen Schwerpunkt bezogen, betten ihn jedoch in ein das gesamte 20. Jahrhundert umfassendes Studium der Stadt als prototypischem modernem Raum des Sozialen ein, indem sie Urban Studies und Visual History miteinander verbinden.

Gemeinsam ist all diesen Projekten, dass sie dem Raum als historischer Kategorie besondere Aufmerksamkeit widmen und dabei verschiedene Verfahren entwickeln, die man mit einem von Siegfried Mattl in die Kulturwissenschaften eingebrachten Begriff als historisches „Mapping“ bezeichnen kann. Die von Ingo Zechner mitherausgegebene Zeitschrift für Kulturwissenschaften Nr. 1/2018 wird diesen Begriff zum Thema haben.

In den Digital Humanities, die um das Medium Film bisher einen großen Bogen gemacht haben, wurde mit dem Projekt „Ephemere Filme: Nationalsozialismus in Österreich“ vom LBIGG in enger Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Filmmuseum und dem United States Holocaust Memorial Museum Pionierarbeit geleistet, indem filmarchivarische Standards zum digitalen Transfer von Filmen, Metadatenstandards zur formalen und inhaltlichen Beschreibung von Bildsequenzen und eine digitale Technologie zur Annotation von Filmen entwickelt und in zahlreichen Vorträgen in Österreich und den USA vorgestellt wurden.

Zur Etablierung von bisher vernachlässigten ephemeren Filmen als Forschungsgegenstand der Visual History, insbesondere von Sponsored Films (Werbefilme, Industriefilme) und von Amateurfilmen (Familienfilme, aber auch Amateurdokumentationen und Amateurspielfilme) sowie zur Herausbildung eines internationalen Netzwerks beteiligter Institutionen haben das LBIGG und der Cluster Geschichte einen großen Beitrag geleistet, u.a. durch das 3-jährige Doc-Team-Projekt „Sponsored Films“ und das 2-jährige FWF-Projekt „Archäologie des Amateurfilms“.