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Treibgut: Ephemere Filme aus und über Wien

Vom Roten zum toten Wien

Der Abschlussabend der Filmreihe „Visions of Vienna“ zeigt die Kehrseite der Wien-Bilder aus der Traumfabrik Hollywood: nicht die barocken Fassaden der Adelspaläste, sondern die Elendsquartiere der Arbeiter (Ein Film vom neuen Wien, ca. 1926), nicht das Leben der Reichen und Schönen, sondern den Luxuskonsum als Quelle der Umverteilung (Wo sich das Rathaus die Steuern holt, ca. 1923). Wo Müßiggänger flanierten, droht jetzt der Verkehrsinfarkt (Operation Wien, 1957), wo junge Liebe blühte, sterben die Alten (Nachbar im Herbst, 1956). Dazwischen: die signifikante Auslassung einer Epoche, die das Reale (im Sinne Lacans) mit voller Gewalt in das imaginäre Wien einbrechen ließ. Vier ephemere Wien-Filme aus den Sammlungen des Österreichischen Filmmuseums und des Wiener Stadt- und Landesarchivs, vereint im Horizon 2020-Projekt „I-Media-Cities“: in rarer 35mm-Projektion, kommentiert von Michael Loebenstein (Österreichisches Filmmuseum) und Ingo Zechner (Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft). Gleichzeitig der Auftakt einer neuen Reihe im Österreichischen Filmmuseum: TREIBGUT.

Ein Film vom neuen Wien (ca. 1926) von Frank Ward Rossak. 35mm, s/w, ca. 12 min
Wo sich das Rathaus die Steuern holt (ca. 1923) Anonym. 35mm, s/w, ca. 28 min
Operation Wien (Filmdokument IX) (1957) Austria Wochenschau, 35mm, Farbe, 10 min*
Nachbar im Herbst (Filmdokument VIII) (1956) Austria Wochenschau, 35mm, Farbe, 10 min*

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Bild: „Das goldene Wienerherz vor dem Infarkt“, aus: Operation Wien (1957, Austria Wochenschau)

Veranstalter: Österreichisches Filmmuseum
Kooperationspartner: Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft

LBIGG Projekt: I-Media-Cities
LBIGG Team: Ingo Zechner, Michael Loebenstein

Event-Details

Date: 
Mo, 27/11/2017 - 18:30
Location: 
Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstraße 1, 1010 Wien, Österreich