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Sexuelle Emanzipationen – Nachdenken über Sexualität und Geschlecht in den Wiener Kreisen um Karl Kraus und Sigmund Freud

Vortrag von Katharina Prager im Rahmen des Begleitprogramms zur Sonderausstellung PARALLELAKTIONEN. Freud und die Literaten des Jungen Wien

Sowohl Sigmund Freud als auch Karl Kraus äußerten sich im Wien um 1900 – angeregt durch die Umordnung sozialer Normen, die sie wiederum selbst vorantrieben – zur sogenannten „sexuellen Frage“. Sie kommentierten und beförderten chaotische Debatten, in denen sich ethische und ästhetische, soziale und ökonomische, psychologische und mythologische, medizinische und rechtliche Fragen vermischten. Beide traten gegen die gesellschaftliche Tabuisierung von Sexualität auf und gewannen neue Perspektiven auf Homosexualitäten und Prostitution. Beide blieben dabei aber auch weitgehend dem hegemonialen „modernen“ Geschlechterdispositiv um 1900 verhaftet. Der Frage nach den Schnittstellen, Gemeinsamkeiten und Differenzen der Wiener Kreise um Kraus und Freud im Zusammenhang mit ihrem Nachdenken über Sexualität und Geschlecht wurde dabei selten genauer nachgegangen. Anhand bekannter Figuren – wie Otto Weininger und Oscar Wilde – und unbekannterer Akteure – wie Otto Soyka und David Oppenheim – soll hier eine Skizze des Ideenaustauschs um sexuelle Emanzipationen versucht werden.

Website: https://www.freud-museum.at/de/veranstaltung/sexuelle-emanzipationen.html

LBIGG Projekt: Intertextualität in den Rechtsakten von Karl Kraus
LBIGG Team: Katharina Prager

Event-Details

Date: 
Di, 22/01/2019 - 19:00
Location: 
Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien