BTWH Conference 2026: Archeology of Hope
04 Jun 2026, 00:00 – 07 Jun 2026, 00:00
Universität Tübingen: Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft (LUI) Burgsteige 11 (Schloss) | 72070 Tübingen & Tübinger Forum für Wissenschaftskulturen (TFW) Doblerstraße 33 | 72074 Tübingen
27th Annual Conference of the Berkeley-Tübingen-Wien-Harvard Network 2026
Das Projekt versteht Hoffnung als Kulturtechnik und politische Imagination im
Spannungsfeld von Umbruch, Krise und Aufbruch. Dabei interessiert uns Hoffnung als
konflikthafte Praxis zwischen Entwurf und (möglicher) Enttäuschung. Ziel ist es,
historische Formen eines positiven Zukunftsbezugs sichtbar zu machen, in denen sich
auch aktuelle Möglichkeitsräume öffnen. Im Zentrum steht die Frage, wie im Zeitraum
von 1910 bis 1945 Hoffnung artikuliert, politisiert und organisiert, aber auch gewonnen
oder zerstört wurde.
Welche Formen der Zukunftserwartung, aber auch welche Rhetoriken der
Enttäuschung oder Resignation lassen sich erkennen? Mit welchen
Beglaubigungsansätzen verbinden sich Hoffnungsdiskurse, um Horizonte des
Wünschbaren zu bewahren? Medien und Kulturtechnikern verstehen wir dabei nicht
nur als Speicher vergangener Kämpfe, tiefgreifender Umbrüche, politischer
Polarisierung und konkurrierender Zukünfte, sondern als Räume kollektiver
Imagination, in denen sich historische Möglichkeitsbedingungen ebenso spiegeln wie
die Brüche und Paradoxien von Fortschritts- und Emanzipationsideen.
Der Hoffnung inhärent wäre so ein konstruktives Handlungspotenzial, das stets auch
mit seiner eigenen Desillusionierung und Denunziation rechnen muss: „Hoffnung hat
eo ipso das Prekäre der Vereitelung in sich: sie ist keine Zuversicht. Dafür steht sie zu
dicht an der Unentschiedenheit des Geschichts- und Weltprozesses, als eines zwar
noch nirgends vereitelten, doch ebenso nirgends gewonnenen.“ (Bloch 1985, 387)