Der fotografische „Anschluss“
23 Apr 2026, 15:30 – 23 Apr 2026, 17:00
Uni-Center, Johannes Kepler Universität Linz, LOFT B
Vortrag von Marie Yazdanpanah über Bildpolitik in der österreichischen Bildillustrierten. Die Bühne im Jahr 1938 am Panel „Vom Geschäft mit der Ideologie. Pressefotografie und Bildpraktiken in österreichischen Illustrierten 1930–1945“ am Österreichischen Zeitgeschichtetag 2026
Dem Medium der Bildillustrierten entsprechend widmete die 1924 in Wien gegründete Die Bühne sich internationalen Lifestyle- und Kulturtrends und thematisierte aktuelle politische Entwicklungen nur selten direkt. Obwohl auch hier in den 1930er-Jahren zusehend konservative Positionen und vermehrt Österreich-Bilder zu finden sind, blieb Die Bühne während des Austrofaschismus – anders als vergleichbare Medien – kosmopolitisch und liberal-demokratisch. In der Ausgabe von Mitte März 1938 dagegen sind auffallend viele Fotos, Reportagen, Essays zum „Anschluss“ zu finden und der Nationalsozialismus wird regelrecht abgefeiert. In Wiener Bühne umbenannt, werden die tschechoslowakischen Eigentümer schnell enteignet und kurzfristig durch eine interne NS-Betriebszelle ersetzt. Mittels eines Close-Readings dieser Übergangsausgabe und der Folgenummern bis Herbst 1938 untersucht der Vortrag wie Die Bühne den „Anschluss“ inszenierte und anstatt Internationalismus ein deutsches Österreich propagierte. Dabei werden vor allem Bildsprache und Themensetzungen fokussiert sowie Mitarbeiter:innen und die veränderten Besitzverhältnisse in den Blick genommen. Dabei wird das Magazin im österreichischen Kontext verortet und thematisiert, inwiefern und warum gerade in der Bühne der Nationalsozialismus viel umfangreicher und rascher als in vergleichbaren Bildillustrierten in den Vordergrund tritt.
Veranstalter: Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz
Veranstaltung: Zeitgeschichtetag 2026