Der Wiki-Way und die neuen Pfade, auf die Forschung, der Wunsch nach Normierung und die Möglichkeiten der LLMs führen
23 Apr 2026, 09:00 – 23 Apr 2026, 10:30
Uni-Center, Johannes Kepler Universität Linz, BR 6
Vortrag von Katharina Prager im Rahmen des Panels „Digital Urban History – Neue Methoden der Geschichtsschreibung“ am 16. Österreichischen Zeitgeschichtetag 2026 in Linz.
Angetrieben von der digitalen Transformation verändert sich die Rolle des Wien Geschichte Wiki seit seiner Entstehung laufend und fundamental. Neue Forschungsergebnisse bringen nicht nur die stetige Überarbeitung der Inhalte mit sich, sondern Theorien und Methoden nehmen auch Einfluss auf Darstellungsweisen. So wirkten Erkenntnisse aus der Biografieforschung wie auch der Frauen- und Geschlechtergeschichte in den letzten Jahren auf die Bearbeitung und Verknüpfung von Personen-Artikeln. Die Möglichkeiten, große Datenmengen durch Visualisierung besser zu verstehen und zu überblicken, regen zudem eine Fokussierung auf die Normierung und Verknüpfung der semantischen Felder an: Damit soll nicht nur die Möglichkeit geschaffen werden, Personennetzwerke sichtbar zu machen und diese zu verorten, sondern auch Bauwerke durch Zeitschichten zu erschließen und zu mappen. Gerade im Umgang mit solchen Datenmassen ist es derzeit naheliegend, auch KI-gestützte Praktiken – etwa auf Basis von Large Language Models (LLMs) – zu erproben. Nicht zuletzt verändern sich die Forschungskooperationen, da das Wien Geschichte Wiki nicht nur als Kommunikations- und Kontextualisierungstool sowie als Linked Open Data Quelle genutzt und angebunden wird, sondern auch digital erschlossene Quellen erstmals wieder ins Wiki zurückfließen (Kaufkraftrechner, Vienna Time Machine). Dieser Beitrag wird die genannten Veränderungen nachzeichnen und die neuen Un/sicherheiten skizzieren, die sich aus ihnen ergeben.
Veranstalter: Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz
Veranstaltung: Zeitgeschichtetag 2026