Wahrheit in Zeugnissen von KZ-Überlebenden: Oral History, Quellenkritik und die Kapos von Mauthausen
03 Apr 2025, 10:00 – 03 Apr 2025, 10:30
Juridicum – Universität Wien, Schottenbastei 10-16, 1010 Wien
Vortrag von Alexander Prenninger auf der Tagung „Gewalt, Erinnerung und Versöhnung: Wahrheit als Konfliktfeld zwischen Wissenschaft und Demokratie“, Juridicum – Universität Wien
Die „Ära der Zeitzeugen“ geht zu Ende. Der hohen Wertschätzung, die den Erzählungen der Überlebenden der NS-Konzentrationslagern und des Holocaust seit den 1990er Jahren entgegengebracht wird, stand und steht in der Geschichtswissenschaft aber auch die Kritik gegenüber, dass deren Erinnerungen oft verzerrt, lückenhaft oder gar falsch seien. Der Vortrag geht der Frage nach, wie Überlebende, die Anfang der 2000er Jahre interviewt wurden, über Funktionshäftlinge des KZ Mauthausen sprechen. Anhand dieses Beispiels soll gezeigt werden, wie die Erinnerungen von Überlebenden durch frühere Erzählungen geprägt sind, aber auch wie sich Erzählungen im Lauf der Zeit verändern können und wie vielschichtig die Erfahrungen von Mauthausen-Überlebenden waren. Die Analyse basiert auf einer Auswertung des etwa 850 Interviews umfassenden „Mauthausen Survivors Documentation Project“ von 2002/03, in dem Überlebende des KZ Mauthausen in vielen europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika und in Israel interviewt wurden.
Veranstalter:
Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte
Ludwig Boltzmann Institut für Digital History
Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung