Bernhard Oberreither ist wissenschaftlicher Mitarbeiter (Senior Researcher) und Projektleiter am Ludwig Boltzmann Institute for Digital History (LBIDH). Zuvor war er am Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie am Institut für Germanistik der Universität Wien tätig.
Bernhard Oberreither hat Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte in Graz und Wien studiert; er war wissenschaftlicher Mitarbeiter im FWF-Projekt „Das Bildzitat – Intermedialität und Tradition“ und Universitätsassistent (predoc) am Lehrstuhl von Konstanze Fliedl. Er promovierte mit einer auf einer textualistischen Konzeption des kulturellen Archivs (Moritz Baßler) fußenden Arbeit zu Materialität und Fetischismus bei Paulus Hochgatterer. Seit 2019 ist er Entwickler und Betreuer der Semantic-Web-Ontologie INTRO für intertextuelle und intermediale Bezüge (seit 2025: gemeinsam mit Laura Untner, FU Berlin) und Herausgeber der digitalen Edition von Karl Kraus’ Dritte Walpurgisnacht am ACDH. Sein Projekt „SemanticKraus“ (Oktober 2022 bis Januar 2024) integrierte Forschungsdaten aus mehreren digitalen Projekten zu Karl Kraus in einen gemeinsamen Wissensgraphen. Sein am LBIDH angesiedeltes FWF-Projekt widmet sich einer genetischen Edition von Kraus’ Der Hort der Republik. Von 2010 bis 2019 war er Literaturvermittler und Literaturkritiker (u.a. für Der Standard, Literatur und Kritik, Volltext).
Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Karl Kraus in der Ersten Republik, Theorie und Praxis digitaler Editionen, Semantic-Web-Technologien sowie Intertextualität, Intermedialität und deren semantische Modellierung.