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Geist versus Zeitgeist: Karl Kraus in der Ersten Republik

Ausstellungseröffnung und Buchpräsentation der Wienbibliothek

Programm

Begrüßung
Sylvia Mattl-Wurm, Direktorin Wienbibliothek im Rathaus
Wilhelm Hemecker, Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte und Theorie der Biografie

Zur Ausstellung
Katharina Prager, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte und Theorie der Biografie an der Wienbibliothek im Rathaus

Einleitende Worte zur Lesung
Gerald Krieghofer, Philosoph und Kraus-Experte

Lesung aus der "Dritten Walpurgisnacht"
Karl Markovics, Schauspieler und Regisseur

Anschließend Brot & Wein

Publikation

Katharina Prager (Hg.): Geist versus Zeitgeist: Karl Kraus in der Ersten Republik
Metroverlag 2018
279 Seiten
ISBN 978-3-99300-328-9

Zur Ausstellung

Im Zentrum der aktuellen Ausstellung der Wienbibliothek im Rathaus steht der "Zeitkämpfer" Karl Kraus (1874–1936) in der politisch bewegten Periode zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Machtergreifung faschistischer Regime in Europa. Es geht darin um seine Auseinandersetzungen mit den verfeindeten politischen Parteien – der Sozialdemokratie und den Christlichsozialen –, mit der modernen Boulevardpresse und anderen neuen Medien sowie mit einer faschistischen Mentalität, die Kraus bereits im Ersten Weltkrieg erkannte. Kraus war in dieser Zeit nicht nur als Herausgeber und Autor seiner Zeitschrift Die Fackelbekannt und berüchtigt, sondern bespielte auch als Vortragender die Bühnenräume Europas und stritt als Kläger und Beklagter in den Gerichtssälen Wiens, Prags und anderer Städte. Der reiche Karl Kraus-Bestand der Wienbibliothek wird dabei erstmals in seiner Fülle sichtbar.

Einen Höhepunkt der Ausstellung stellt das zu wenig bekannte Hauptwerk seiner späten Jahre dar: In dem polemisch-satirischen Essay Dritte Walpurgisnacht, den er von Mai bis September 1933 schrieb, kam Karl Kraus nach den ersten 100 Tagen des Hitler-Regimes zu dem Schluss, dass Satire gegen diese neuen Barbaren wirkungslos bleiben musste. Er dokumentierte und analysierte aber den Aufbruch der Barbarei in allen Institutionen der Gesellschaft und beschrieb Konzentrationslager, Folterungen, Reaktionen von Intellektuellen, Lügen der Propaganda und vieles mehr. International übersetzt und anerkannt, entkräftet dieses Spätwerk von Kraus jedenfalls das Vorurteil, man hätte nicht schon sehr bald wissen können, wie brutal und destruktiv der Nationalsozialismus tatsächlich war.

Programm (Link) 

Veranstalter: Wienbibliothek im Rathaus 

LBIGG Projekt: Intertextualität in den Rechtsakten von Karl Kraus

LBIGG Team: Katharina Prager

Event-Details

Date: 
Do, 18/10/2018 - 19:00
Location: 
Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus – Rathaus, Eingang Lichtenfelsgasse, Stiege 6 (Glaslift), 1. Stock, 1010 Wien