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Zwangsarbeit in KZ-Nebenlagern für die deutsche Rüstungsindustrie

Vortrag von Heinz Berger beim Wochenende der Guntramsdorfer Museen

Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass es im gesamten Machtbereich des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 "nur" 7.000 Lager gegeben hätte. Neuere Forschungen des USHMM unter der Leitung von Geoffrey Megargee und Martin Dean ergaben, dass es insgesamt mindesten 42.000 waren, darunter 980 KZ, 30.000 Zwangsarbeitslager, 1150 Ghettos, 1000 Kriegsgefangenenlager und mindestens 500 Zwangsbordelle. Aufgrund der 30.000 Zwangsarbeitslager wird die enorme wirtschaftliche Bedeutung des Lagersystems deutlich. Am Höhepunkt der Rüstungsproduktion im Jahr 1944 waren insgesamt etwa 5,7 Mio . zivile FremdarbeiterInnen, 1,9 Mio. Kriegsgefangene und etwa 400.000 KZ Häftlinge gezwungen im Deutschen Reich zu arbeiten, während es auf dem Gebiet der heutigen Republik Österreich zu diesem Zeitpunkt etwa 580.000 zivile FremdarbeiterInnen, 208.000  Kriegsgefangene, 55.000 Ungarische Juden und über die gesamte NS-Herrschaft verteilt etwa 200.000 KZ Häftlinge waren.
Der Zusammenhang von Zwangsarbeit und Konzentrationslager wird besonders an Rüstungsstandorten wie Wiener Neudorf (Flugmotorenwerk Ostmark) deutlich. Im Jahr 1943 war ein Großteil der 15.000 Beschäftigten an diesem Standort ZwangsarbeiterInnen, von denen wiederum über 3.000 KZ-Häftlinge waren.
In diesem Vortrag wird der zunehmende Anteil von ZwangsarbeiterInnen in der deutschen Kriegswirtschaft und ihr Zusammenhang mit dem Funktionswandel des Konzentrationslager von einem Ort des Terrors zu einem Ort der Ausbeutung der Arbeitskraft der Häftlinge für die deutsche Industrie thematisiert.

Veranstalter: Museumsverein Guntramsdorf

LBIDH Projekt: Mauthausen Survivors Research Project

LBIDH Team: Heinz Berger

Event-Details

Date: 
Sa, 18/05/2019 - 14:15
Location: 
Museum Guntramsdorf, Schulgasse 2a