Treibgut: Ivan und seine Brüder
So, 12/05/2019 – 15:00 bis 17:00
Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstraße 1, 1010 Wien, Österreich
Filmscreening und Diskussion der Filme der Familie Illich (1936–1942) im Rahmen der Programmschiene „Treibgut“ des Österreichischen Filmmuseums
Michael Loebenstein und Ingo Zechner diskutieren mit Yvonne Illich, Michaela Scharf und Lindsay Zarwell über unbekanntes Filmmaterial aus der Jugend des Theologen und Philosophen Ivan Illich.
Ivan Illich (1926–2002), römisch-katholischer Priester, Theologe, Philosoph und Autor, wuchs gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Sascha und Micha in Wien auf. Die drei Kinder lebten mit ihrer Mutter von 1932 bis zur Flucht vor den Nazis 1942 in der Villa ihres Großvaters Friedrich Regenstreif. Eine behütete Kindheit, die Villa Regenstreif im Wiener Pötzleinsdorf („Unser Pötz“), das großbürgerliche Milieu und der plötzliche Einbruch der politischen Realität stehen im Mittelpunkt der Filme, die ihre Mutter drehte: Ellen Rose Illich, geb. Regenstreif, Künstlerinnenname “Maexie”, evangelisch getauft, mit einem Katholiken verheiratet, aber aus einer jüdischen Familie stammend. Sie ist der Kristallisationspunkt einer Familiengeschichte, die zwei Generationen später anhand ihrer Familienfilme neu geschrieben wird: als eine jüdische Geschichte.
Die Filme wurden von Ivan Illichs Nichte Yvonne dem United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) in Washington D.C. übergeben. Im Zuge des Zukunftsfonds-Projekts “Ephemere Filme: Nationalsozialismus in Österreich” (http://efilms.ushmm.org) historisch aufgearbeitet, wird eine Auswahl nun erstmals in Wien im Kino vorgeführt und mit Yvonne Illich, Michaela Scharf (LBIDH) und Lindsay Zarwell (USHMM)diskutiert: zum Muttertag, in Erinnerung an Maexie.
Einführungen, Kommentare und Diskussion in englischer Sprache
Moderation: Michael Loebenstein, Ingo Zechner
Veranstalter: Österreichisches Filmmuseum
Kooperationspartner: Ludwig Boltzmann Institute for Digital History, United States Holocaust Memorial Museum, Universität Bremen, EU Horizon 2020-Projekt Visual History of the Holocaust