icon / home icon / small arrow right / light Veranstaltungen icon / small arrow right / light Eine Geschichte der Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen

Eine Geschichte der Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen

Datum

23 Apr 2022

Ort

Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg, Rudolfskai 42, Raum 2

Panel 31 des 14. Österreichischen Zeitgeschichtetags 2022 „Risse in der Zeitgeschichte“ in Salzburg. Diskussion über die ersten beiden Bände von „Europa in Mauthausen“.

Nach langjährigen Forschungsarbeiten, die auf über 800 Interviews mit ehemaligen Mauthausen-Häftlingen aus 23 verschiedenen Ländern Europas, Amerika und Israel basieren, sind die ersten beiden Bände von „Europa in Mauthausen“, einer umfassenden Geschichte der Überlebenden des KZ Mauthausen und seiner Nebenlager beim Böhlau-Verlag, Wien-Köln-Weimar erschienen. Die Untersuchung wurde von Gerhard Botz (Wien) und einem Kernteam mit Heinz Berger, Melanie Dejnega (beide Wien), Regina Fritz (Bern) und Alexander Prenninger (Salzburg) in Zusammenarbeit mit mehr als 60 Expertinnen und Experten aus Europa und Amerika durchgeführt.

Der erste Band präsentiert einen Überblick über das Lager und die Mauthausen-Forschung; er konzentriert sich einleitend auf methodologische Überlegungen und makropolitische Zusammenhänge. Die Beiträge zeigen, dass dem nationalsozialistischen Lagersystem in hohem Maße eine ‚Funktion‘ in den Besatzungs- und Verfolgungspolitiken des NS-Regimes (und der kollaborierenden Länder) zukam.

Der zweite Band „Deportiert nach Mauthausen“ geht der Frage nach, auf welche Weise Häftlinge aus zahlreichen europäischen Ländern in den KZ-Komplex Mauthausen gebracht wurden. Die Deportationen, die Transfers von Häftlingen innerhalb des gesamten NS-Lagersystems und die Todesmärsche führten zu einem ständigen Wandel in der Binnenwelt der Konzentrationslager. Trotz der Allpräsenz des gewaltsamen Todes weichen die Schicksale der KZ-Insassen daher beträchtlich voneinander ab. Die Pluralität der Erfahrungen der Überlebenden und die vielfältigen Analyseansätze der Autoren und Autorinnen dieses Bandes bilden die Grundlage für ein neues, vertieftes Verständnis der „Häftlingsgesellschaft“.

Programm:
Gerhard Botz (Wien): Chair
Heinz Berger (Wien): Die europäische Dimension des Konzentrationslagers Mauthausen
Alexander Prenninger (Wien): Transporte nach Mauthausen. Zur Rolle des KZ-Komplexes im NS-Lagerarchipel
Regina Fritz (Bern): Überlegungen zur Heterogenität der NS-Lagergesellschaft

Zeitgeschichtetag 2022
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